"lasst die Erde beben!"- diese Aufforderung hörte man oft und in vielen Sprachen von der Event Stage auf dem Festivalgelände in Geiselwind, wo vom 21. bis zum 23. 7. 2005 das 3. Earthshaker Fest stattfand.
Man hatte sich einiges vorgenommen: über 20000 Gäste wurden erwartet, als Headliner hatte man die "Kings of Metal" Manowar gewinnen können. Doch auch andere Größen der Metalszene hatten sich angekündigt: unter anderem Dimmu Borgir, Rhapsody, Die Apokalyptischen Reiter und Finntroll.
Um in den Genuss des hochkarätigen Programmes zu kommen, musste man sihc allerdings erst einmal durch ein etwas chaotisch geregeltes Parkleitsystem (recht ruppige Platzanweiser) zu einem der heiß begehrten und viel zu spärlich vorhandenen Campingplätze kämpfen. Um die Besucherflut aufnehmen zu können, wurde bereits am Donnerstag der VIP- Parkplatz der Allgemeinheit zugänglich gemacht und auch ein Gelände jenseits des Festivalgeländes noch eiligst zum Campingplatz dekalriert.
Hatte man den Weg zwischen Platzanweisern (Ticket hilft hier nix, man braucht ein Bändchen) und Bändchenausgabeschalter (endlose Schlangen) hinter sich gebracht, stand man auch schon vor dem nächsten Problem: aufgrund des am Donnerstag stattfindenden Soundcheck von Manowar war nicht das gesamte Gelände sondern nur die Halle für alle zugänglich, was vor allem beim Auftritt von Finntroll zu extremem Platzmangel führte; auch hier bildeten sich endlose Schlangen. Allerdings war die Musik aus der Halle auch von draußen ncoh in ausreichender Lautstärke zu hören... Nachdem die Halle bei den Gigs von Turisas, tba und Finntroll brechend voll gewesen war, leerte sie sich zu späterer Sunde, sodass man die Musik von Powergod & Guests, Holy Hell und, zum Abschluss des "warming up", Justice in entspannter Atmosphäre genießen konnte.
Am Freitag ging das Programm relativ früh mit Symphorce, Graveworm und Evidence One weiter, die alle bis dahin noch schlafenden Besucher zielsicher aus en Betten "shakten". Fortgeführt wurde das Programm von Exilia, mit Frontfrau Masha (mit gewohnter Stimmgewalt), die bekannte Songs wie "Stop playing god" und andern Titeln des Albums Unleashed spielten. Es folgten die Apokalyptischen Reiter, die mit einer energiegeladenen Bühnenshow aufwarteten. Im Anschluss konnte man sich davon überzeugen, dass die "Alt-Metaller" von Loudness, die mittlerweile ihr 25jähriges Bandjubiläum feiern können, in all den Jahren kein bisschen müde geworden sind. Auch Grave Digger überzeugten durch viele Klassiker, aber auch einige neuere Stücke wurden angeboten. Danach spielten Mercenary als erste Band des Abends auf der Event Stage in der Halle, für den Rest des Abends wurden die Veranstaltungsorte abgewechselt, wodurch die Umbaupausen auf der jeweils anderen Bühne überbrückte. Von 19.15 bis 21.15 hatten Children of Bodom (auf der großen Bühne )und Machine Men (Event Stage) die Gelegenheit (oder sollt man sagen die schwere Aufgabe?) die Massen vor en Auftritten von Rhapsody und Nightwish bei Laune zu halten- was ihnen jedoch bestens gelang. Vor allem Machine Men überzeugten mit ihrer Mischung aus Melodic Metal und moderneren Sounds. Dann war es soweit: man fieberte dem Auftritt von Rhapsody entgegen, war doch angekündigt dass Mr. Christopher Lee, der schon beim Album "The dark secret" und auf der neu erscheinenden Scheibe ""Symphony Of Enchanted Lands II - The Dark Secret" mitwirkte, mit von der Partie wein würde. Leider stellte sich heraus dass Mr. Lee an einem Film zu drehen hatte und den Fans daher nur eine Botschaft per Video zukommen ließ. Die Enttäuschung war kaum zu verhehlen, jedoch wurde die Euphorie durch eine grandiose Show der Italiener schnell weiderhergestellt. Mit Songs wie "Unholy warcry" und "The Magic of the Wizard's Dream", aber auch der italienisch gesungenen Nummer "Lamento Eroico" brachten sie die Menge immer wieder zum Mitsingen, zumal als Fabio Lione ankündigte, dass die Show für die nächste DVD mitgeschnitten würde.
Nach einem furiosen Abschluss des Gigs folgten Force of Evil auf der Event Stage, die die unangenehme Aufgabe hatten die Umbaupause zwischen den beiden Headlinern zu füllen. Dementsprechend flau besucht war dieser Auftritt.
Dafür ging es an der Hauptbühe während der Show von Nightwish um so heißer her- die Menge tobte, Nightwish und Frontfrau Tarja lieferten eine feurige und nahezu perfekte Show ab- von alten Hits wie Wishmaster kamen auch neuere Produktionen wie Nemo und Wish I had an angel zum Einsatz. Einen Höhepunkt bildete auch "The Siren" aus dem neuen Album. Stimmgewaltig und -sicher wie immer zeigte sich die Frontlady, die bis zum Schluss er Performance keinen Anflug von erschöpfung erkennen ließ.
Der Abend klang aus mit zwei Konzerten auf der event stage: Dragonlord und Cage bildeten einen passenden wenn auch sehr harten Ausklang für diesen Tag.
Der Samstag begann mit einer mehr oder weniger bösen Überraschung: aufgrund des Wunsches von Manowar, ihren Auftritt auf 3 Stunden Länge zu erweitern, war die gesamte Running order des Tages umgeworfen worden. So spielten After Forever viel früher als erwartet, ws bei einigen Fans nicht gerade Begeisterungsstürme hervorrief, ebenso verschoben sich die folgenden Bands um ca. 1 Stunde nach vorne- eben weil die Curfew nicht verlängert werden konnte (Lärmschutzbestimmungen...) laut und hart wurde das Programm von Disbelif und Destruction fortgeführt, die allerdings die Songs der neuesten Veröffentlichung weitgehend im Gepäck behielten. Trotzde begeisterten sie mit Althergebrachtem wie "Curse the Gods" un d"Metal discharge".
Es folgte der Set von Primal Fear, die einen Querschnitt durch ihre Discographie darboten. Nach Masterplan waren auch schon Hypocrisy und JBO am Start. Von letzteren wurde das gewohnte Spass- Programm mit Showeinlagen geboten; bis hin zu vier rieligen pinken Luftballons die in die Menge geworfen wurden. Nach dieser Show versammelten sich zumindest drei viertel der auf dem Gelände anwesenden Besucher vor der großen Bühne, denn Dimmu Borgir stand auf dem Programm. Die Norweger waren zwar etwas ...na ja, genervt trifft die Sache wohl ganz gut, denn auch ihr Auftritt war aus der Abenddämmerung in den hellerlichten Tag verschoben worden, was der Black-Metal-Show nicht ganz gerecht wurde, aber trotz aller Hindernisse wurde es ein genialer Auftritt.
Der Auftritt von Stormwarrior in der Halle war wieder einer, der ungerechtfertigter weise zu kurz kam- wieder dank des undankbaren Termins zwischen 2 Headlinern...
Das absolute Highlight des Festivals war der Auftritt von Manowar am Samstag. Trotz des Ärgers den es im Vorfeld gegeben hatte, fieberte nun die ganze Menge diesem Ereignis entgegen- und wenn man über die Massen hinwegblicken konnte, dann ergriff einen schon fast so etwas wie Ehrfurcht- ich für meinen Teil habe selten so viele Menschen uaf einem Haufen gesehen.
Manowar hatten außer sich selbst noch 4 Harleys und sämtliche Ex- Bandmitglieder sowie 200 Mann Chor und Orchester mitgebracht, was zu einem fulminanten Auftritt der Band beitrug. In gewohnter Manier (wenn auch qualitativ nicht ganz so hochwertig wie erwartet) wurden "Legenden" wie Warriors of the world" und "Metal Warriors", "Brothers of metal" und "Call to Arms" zum Besten gegeben.
Das Konzert endete nach knapp drei Stunden mit der "Battle Hymn" und einem grandiosen Feuerwerk.
Von den zwei noch folgenden Bands, Abandones und Haematom, haben wir leider nochts mehr mitbekommen, da wir uns aus Zeit- und Müdigkeitsgründen auf den Heimweg machten.
Alles in Allem bleibt mir zu sagen, dass das Earthshaker trotz der gravierenden Organisationsfehler Spaß gemacht hat. Und da es ein relativ junges Festival ist, hat man ja auch noch etwas Zeit, um aus diesen Fehlern zu lernen.
Positiv zu erwähnen sind hier meiner Meinung die Security-guys, die sich wirklich alle Mühe gegeben haben, das Chaos zu meistern und das Geschen am Laufen zu halten.
Man darf gespannt sein, was uns nächstes Jahr erwartet- ich were -wenn ich sie bekomme- die Möglichkeit nutzen und mir ansehen, was man aus diesem Jahr gelernt hat. Ach ja: für's Wetter konnte ja niemand was... nächstes Jahr wird's bestimmt besser :-)
Anna Busch