Regensburg lebt schwarz!
Geladen wurde am 24.03.2005 nach Regensburg zum Ratisbona Gothicfestival in ein zwar kleines, aber dafür umso goldeneres Unterseeboot. Am Start waren Diodati, Seasons in Black, Niphares, Metalspürhunde und SMvHS. Leider konnte die von Gothics-Nature ausgesandte Fraktion erst zum Ende der zweiten Band (Seasons in Black) erscheinen, wurde aber zu diesem Zeitpunkt schon mit einer ausgelassenen Stimmung und einer gut gefüllten Lokation überrascht.
Lassen wir also die vergangene Nacht revue passieren.
Begonnen hat sie für uns, als auf der kleinen Bühne hinter der alten Mälzerei in Regensburg Diodati die Besucher schon mit klassischem Wave verwöhnte, noch ca. 200 km davon entfernt. Damit beschäftigt den Stress der, leider irgendwie gestraften, arbeitenden Gesellschaft hinter uns zu lassen und uns eiligst auf den Weg zum Vergnügen zu machen. Gut 2 Stunden später und vorfreudig erregt begingen wir die Treppe in den Regensburger Untergrund. Schon dort wurden wir freundlich von alten Bekannten, positiver Stimmung und schallender Musik begrüßt. Einmal drinnen standen wir mitten in einem Kleinstsaal, der mit den erhofften 100undnocheinpaar Besuchern gut ausgefüllt und Familiär gestimmt war. Der größte Teil der Besucher wippte oder tanzte zum letzten Lied von Seasons in Black, die sich in der vergangenen Stunde sehr verausgabt hatten. Nach diesem letzten Lied wurde erstmal Luft geholt und der Raum für kurze Zeit etwas leerer, sodass man sich etwas umsehen und zur Theke durchdringen konnte. Ein schönes Plätzchen nahe der Bühne wurde auch noch schnell gefunden.
Nun warteten wir auf den ersehnten Auftritt von Niphares. Wir warteten. Die Jungs von Niphares waren auf der Bühne und Startbereit. Was aber nicht so ganz wollte war die verflixte Technik. Somit warteten wir, gemeinsam mit der Band noch ein bisschen, bevor es mit Musik weiterging. Und es ging dann doch. Und es wurde laut, es wurde rockig, es wurde elektronisch. Niphares sind ein neuer Geheimtipp. Sie schlagen mit den unterschiedlichsten Genren des Musikgeschäfts auf, spielen altbekannte Meisterwerke in fabelhaft neuem Design, schaffen in eigenen Produkten mitreißende Hits oder spielen auch mal die ein oder andere angenehm spöttische Variante diverser Trendhits. Live ein Genuß.
Kurz nach dem Intermezzo der Variationskünstler wurde für die Schweizer Formation Metalspürhunde platz gemacht. Provozierende Vokals bestimmten das fasst artistische Auftreten des Frontmanns. Gestik und Mimik spielten im Liveauftritt dieser Band eine große Rolle und wurde auf der doch etwas kleinen Bühne sehr angenehm umgesetzt.
Leider muss ich wieder etwas an der Technik meckern, da das Intro meines erachtens etwas zu laut ausfiel und man schlecht die eingespielte Hetzjagd der Hunde heraushören konnte.
Die letzten am Start waren SMvHS. Vielen wird diese Anreihung diverser Buchstaben wohl nichts sagen, deshalb muss ich wohl nun etwas erklären, in der Hoffnung es selbst richtig verstanden zu haben. SMvHS steht für zwei Bands, Soul in Sadness und Human vs Machine. Diese beiden Bands (insgesamt 5 Leute) stehen nun gemeinsam auf der Bühne und tauschen jeweils zum Liedwechsel Ihre Instrumente mit einem anderen Spieler. Ein paar Instrumente wurden natürlich nicht getauscht. Es traute sich beispielsweise niemand an Tonis (SiS) Querflöte, ebenso wäre es schwierig an die Stimme von Katrin (HvsM) heran zu kommen. Jedoch schien es, als ob sie mit dem Umgang anderer Instrumente recht vertraut sind, denn schlecht hörte es sich wirklich nicht an. Hinzu kam der Spaß des Zuschauers diesem eigenartigen Gewirre zuzusehen. Leider verging die Zeit zu schnell und SMvHS mussten nach einer Zugabe aufhören um die Aufmerksamkeit der Behörden nicht zu verstärken. Schließlich begann ein Christlicher Feiertag inklusive Musik- und Tanzverbot, dessen in Regensburg noch ordentlich gefrönt wird.
Kurzer Schlusssatz:
Ein klasse Erlebnis, für mich unbedingt Wiederholenswert.