Wo zum Geier ist Raben? Diese Frage quälte uns nachdem wir von der kurzfristigen Umverlegung der Herbstnächte von Querfurt nach Rabenstein erfahren hatten. Nach Kartenstudium und etwa 1,5 h Fahrtzeit von Magdeburg aus waren wir in unserer Pension, nach weiteren 45 Minuten und einigen "verfahrern" erreichten wir am Freitag Burg
Rabenstein. Wie viel Leute würden hierher gefunden haben, würde die Organisation klappen, wie ist die Location ... nur einige Fragen. Gleich vorweg, die Organisation war echt super, die Leute vom Veranstalter richtig nett, freundliche
Security und auch sonst Wohlfühlatmosphäre. Danke dafür an AdLunam und alle die daran mitgewirkt haben. Es geht also doch! Da wir spät dran waren liefen die Konzerte bereits. Unser erstes Konzert war dann Diary of Dreams und wer die diese schon gesehen hat, weiß das es ein gutes Live Erlebnis ist. Wer die Band bisher verpasst hat: Unbedingt ansehen. Danach gab's Tanzwut, Mila mar und Love is Colder than Death. Zur Disko konnten wir uns nicht mehr durchringen, es war
kalt und spät, außerdem fanden wir den "Rittersaal" doch erst am Sonntag. Das führt mich zum Thema Location. Die Burg war nicht sehr groß aber die Umgebung sehr romantisch (Querfurt 1999 fand ich noch schöner) und einige Dinge wie z.B. den Mittelaltermarkt fanden wir gar nicht. Die Ausschilderung war auch dürftig, dafür wurde der vorhandene
Platz gut genutzt, die Infos wann welche Band wo spielte sehr gut und auch der Zeitplan wurde fast eingehalten. Es gab einige Stände, Trinken war o.k., Essen eindeutig zu wenig und zu teuer. Was noch auffiel es waren sehr viel mehr Leute da als 1999 und was für Leute. Teilweise fühlte ich mich wie in Leipzig und es war eine sehr gut Stimmung.
Samstag: Diesmal ab 15.00 Uhr nahmen wir erst einmal bei Tageslicht alles in Augenschein und wagten nach einer abenteuerlichen Treppensteigerei (nochmals 2 DM pro Person !?!) einen Blick vom Turm der Burg auf die Landschaft. Unten liefen die Soundchecks u.a. von Sex Gang Children und die Stimme von Andi Sex Gang hallte übers Land. Die Leute waren
noch interessanter als am Freitag und eine sehr angenehme Stimmung lag über dem Festival, zumal das Wetter mitspielte.
Um 17.00 Uhr erlebten wir die Premiere vom Video "Schwarzes Pfingsten" über das 9. WGT Pfingsten 2000. Wer sich an die schönen Dinge des WGT erinnern möchte oder dieses Jahr leider (oder Gott sei dank) nicht dabei sein konnte, kann sich das Video über www.stigmata-exit.com bestellen. Von den vielen Bands am Samstag will ich 3 hervorheben. The
Escape lieferten ein gutes Konzert ab und waren echt besser als ich es in Erinnerung hatte. Absoluter Höhepunkt für mich waren aber Clan of Xymox. Wir standen ganz vorn und waren von der souveränen Show angetan, es gab einen Querschnitt durch all die Jahre und für mich war es eines der besten Konzerte die ich dieses Jahr sehen durfte. Ja und natürlich
Sex Gang Children - lebendiger Kult ebend. Ach ja und natürlich das ich - wer's mag für den war es sicher eines der Highlights. Es war ein schöner Tag, mit schönen Menschen und schöner Musik. Das gibt mir die Hoffnung das nach Pfingsten die Szene immer noch lebt und blüht.
Zu Sonntag sei erwähnt das weniger Leute da waren und die Bühnen sowie das Publikum entgültig zwischen Romantik/Mittelalter und Härte gespalten wurden. Erwähnenswert der peinliche Auftritt von Nichtmusiker
Mozart mit Umbra und der Abschied der Dreadful Shadows (wer sie vermisst...?). Alles in allem ich freue mich schon jetzt auf die Herbstnächte 2001, vielleicht ein oder 2 Wochen eher (die Temperaturen !!!) und empfehle es allen weiter.
PS: Jede Menge Rehe gibt es in der Gegend, also auch 2001 langsam durch die Nacht!