Das M`era Luna ist im Laufe der Zeit zu einem der größten deutschen „Gothic-Festivals“ herangewachsen die es je gab. Dies kommt natürlich auch nicht von selbst, sondern zeigt, dass die steigende Professionalität des Veranstalters in den verschiedensten Bereichen immer mehr zunimmt.
Durch die Ausschilderungen von der Autobahn an, gab es schon mal für die Besucher keine Probleme das Gelände zu finden. Als wir dann auf dem Parkplatz ankamen und uns aufgefallen ist, das wir eigentlich auf den anderen hätten fahren müssen erlebten wir die erste unfreundliche Begegnung mit einem Platzeinweiser, dem anscheinend alles egal war (ich nehme an dieser Stelle vorneweg, dass das die einzige Situation war, an dem die Freundlichkeit der Security zu wünschen übrig ließ).
Nachdem wir dann schließlich doch auf den anderen Parkplatz kamen und unsere Ausweise abholen konnten machten wir uns auf den Weg zum Zeltplatz.
Erstaunlicherweise war der Platz bereits Freitagabend schon so gut gefüllt, das man nicht mehr allzu viele freie Stellen mehr gesehen hat. (Die offizielle Besucherzahl beläuft sich auf ca. 23.000)
Zu unserem Bedauern mussten wir, trotz der durchgehend relativ sauberen und gut verteilten DIXI-Toiletten, bereits zu diesem Zeitpunkt feststellen, dass es wohl eindeutig zu wenig Sanitäre Einrichtungen wie WC´s, Waschplätze und Duschen gab, was sich am Samstag Morgen durch eine riesige Menschenschlange bewahrheitet hat.
Ebenfalls vermissten wir die, letztes Jahr noch vorhandenen, Frühstücksstände, die sonst immer auf dem Zeltplatz verteilt waren. [?]
Um 11 Uhr in der Frühe ging das eigentliche Festival mit der ersten Band „Flowing Tears“ auf der Hauptbühne in die erste Runde. 20 Minuten später begann es schließlich auch im Hangar mit „Soman“.
Nach einiger Zeit füllte sich dann das Gelände vor der Hauptbühne genauso wie im Hangar mit immer mehr begeisterten, gut gelaunten und vor allem trotz teilweise unerträglicher Hitze ausdauernden Besuchern.
Die Highlights des ersten Tages waren ohne Zweifel „Umbra et Imago“ mit ihrer sehr freizügigen, SM-angehauchten Bühnenshow, das österreichische Duo L´âme Immortelle und die Mittelalterrocker von In Extremo mit ihren spektakulären Klängen verschiedenster, typisch mittelalterlichen Instrumenten. Die zwei wohl erfolgreichsten Bands dieses Tages waren, welche mittlerweile auch mit einigen Hits in den deutschen Charts vertreten sind, Within Temptation und Wolfsheim auf der Hauptbühne, sowie die zweifellos begehrteste Band um und mit Chris Pohl, Blutengel im Hangar.
Die Bands hatten, genauso wie das begeisterte Publikum, sichtlich ihren Spaß.
Nachts fand dann schließlich wieder genauso wie Freitag eine Party in einem Nebenhangar statt, bei der verschiedene DJ-Größen wie unter anderem DJ Peddy vom Club Noir Hamburg dem tanzsüchtigen Volk ihre Künste zum Besten gaben.
Der Sonntag begann, wie auch der Samstag zuvor, mit schier unerträglicher Hitze. An dieser Stelle sollte man erwähnen dass es auf dem gesamten Festivalgelände kaum freie Schattenplätze gab und die Getränke, vor allem eben wegen dieser Hitze unserer Meinung nach sehr überteuert waren. Für 0,3 Liter Cola ganze 2,50 € zahlen zu müssen ist wohl schon etwas übertrieben...
Zu hohe Preise gab es wohl auch beim Essen. Das man auf einem Festival etwas mehr zahlen muss als an einer Imbissbude ist uns zwar klar, aber man sollte dadurch nicht arm werden!
Man sollte sich als Veranstalter vielleicht mal überlegen ob es nicht möglich wäre wenigstens die Standgebühren etwas herabzusetzen damit sich die Preise in humanen Dimensionen bewegen...
Vielleicht war auch das der Grund, warum dieses Jahr (verglichen mit den vorherigen) so wenig Stände aufgebaut waren.
Was wir, als eingefleischte West-Raucher, auch nicht so gut fanden, war das es überall ausschließlich LuckyStrike zu kaufen gab. Dann blieb nur, entweder eine längere Strecken zur nächsten Tanke in kauf zunehmen, keine zu rauchen oder sich einfach nach dem Motto „Augen zu und durch“ mit den Luckys zufrieden zu geben. Trotz alledem trübte das alles die Stimmung nur wenig.
„Warren Suicide“ machte schließlich um 11 Uhr den Anfang auf der Hauptbühne.
Nach kurzer Zeit stürmten dann wieder immer mehr, teilweise von der Nacht deutlich mitgenommene, Zuschauer auf das Festivalgelände.
Der erste Höhepunkt des Tages war wohl der Auftritt von „Funker Vogt“. Bei ihnen tobte die Menge und behielten auch diese Stimmung bei, als es einige Probleme mit dem Text von „Gunman“ gab, wofür er sich entschuldigte und diesen kleinen Zwischenfall, genauso wie seine Zuhörer, mit Humor aufnahm. Aber wer kann ihm das verübeln, wenn man bedenkt dass man von ca. 10.000 Leuten angesehen wird.
Weiter ging es mit einer Band, die wohl zu den berühmtesten EBM-Bands überhaupt zählt. „Suicide Commando“.
Die größte Überraschung dieses Festivals war, als sie auf einmal anfingen „Forgotten Tears“ von „Hocico“ zu spielen und kurz darauf „Erk Aicrag“, der Sänger genau jener Band auf die Bühne sprang und unter tosender Begeisterung gemeinsam mit Johann Van Roy dieses Lied performte.
Weitere Höhepunkte waren noch der Auftritt von „Covenant“, die durch ihren mehr rockhaltigen Auftritt etwas zeigten, was man schon lange nicht mehr von ihnen gewohnt war.
Wie auch bei Funker Vogt leistete sich „Covenant“ eine kleine gesangliche Panne, was die Zuschauer jedoch ebenfalls wieder mit Humor und Verständnis auffassten, so dass er auch gleich wieder normal weitermachen konnte.
Bei „Oomph!“ erlebte die Hauptbühne einen Zuschauerrekord. Dicht an dicht waren die Menschen von der Bühne bis in die hintersten Ecken des Geländes gestanden (geschätzt ca. 18000) und lauschten den rockigen Klängen der wohl zurzeit erfolgreichsten Band dieses LineUp´s.
Zu „Lacrimosa“, dem Headliner des Abends, begann jedoch bereits die Abreisewelle, so dass sich einige Lücken im Publikum bemerkbar machten.
Auch wir mussten während des letzten Akts gehen um möglichst zügig das Gelände verlassen zu können damit wir nicht wieder knappe 3 Stunden hätten warten müssen bis wir auf die Autobahn gekommen wären.
Im Großen und Ganzen war das ein durchaus gelungenes und sehr friedlich ablaufendes Festival, so dass man sich bereits schon jetzt auf das nächste freuen darf.
Für das nächste Jahr beschäftigt uns dann doch eine Frage. Gibt es wieder mehr sanitäre Einrichtungen?
zeus