Festivalbericht vom "Wave Gotik Treffen" 2004
in Leipzig vom 28. bis 31.05.04

Am Donnerstag, dem Tag unserer Ankunft, waren wir überrascht bereits am späten Nachmittag die Camping- und Zeltplätze bis auf winzige Lücken gefüllt zu sehen. Ich würde fast behaupten, dass schon am Donnerstag über 80% der Besucher da waren.

Da das diesjährige LineUp nicht auf Kommerz gewordene Bands ausgelegt worden war, waren wir sehr glücklich nicht an jeder Ecke kichernde, quietschende und kreischende Kiddies zu finden.

Und auch die Stimmung insgesamt war sehr ausgelassen und locker. Man sah nur sehr wenige der hochgestylten und überfrisierten Showläufer. Was mich persönlich sehr freute, denn in meinen Augen wurde das WGT nach und nach immer mehr zum „Ich bin viel schöner als Du“ und „Meine Klamotten sind viel teurer als Deine“ - Treffen. Das blieb dieses Jahr aus. Vielmehr fielen mir die lachenden und freundlich gestimmten Besucher in T-Shirt, Jeans und Turnschuhen auf. Nur eine einzige Person fiel mir sehr unangenehm auf. Völlig betrunken und lauthals gröhlend stolperte ein junger Mann mit St.Pauli T-Shirt über den Campingplatz. Mir als gebürtige Hamburgerin war das schon ein wenig peinlich.

Nachdem wir den Donnerstag sanft ausklingen lassen haben, gingen wir am Freitagmittag nach einem ausgiebigen Kaffee-Frühstück auf Tuchfühlung mit den Ständen in der Agra. Das Preisleistungsverhältnis ließ wie immer an den meisten Ständen doch sehr zu wünschen übrig. Aber man muss ja nichts kaufen. Gucken kann man, gekauft wird wo anders. Viele neugierige Nasen drückten sich zwischen den Ständen lang und standen brav bei X-tra-X in der Schlange. Das haben wir uns allerdings nicht angetan. SO interessant ist X-tra-X ja nun auch nicht...

Nach guten zwei Stunden gucken, wühlen und staunen drängte uns der Hunger in die Fressmeile. Der Wohlgeruch zog uns zu dem Pizzastand, der unscheinbar in einer Ecke stand. Doch als ich die Preise sah verging mir der Appetit doch recht schnell wieder. 3.50 € für ein 10x10cm „großes“ Stück Pizza war mehr als übertrieben. Aber was bleibt einem schon übrig? Geschmacklich konnte man allerdings nicht meckern. Was mir auch sehr gut in Erinnerung geblieben ist, ist der Nudelstadt vor der Agra. Gute Portionen zu angemessenen Preisen. Daumen hoch.

Der Hunger war vernichtet und nun blieb noch der Durst. „Cola“ schloss mir durch den Kopf und wir gingen auf den Getränkestand in der Mitte der Fressmeile. Schnell eine Cola bestellt und durstig den Becher an den Hals. Aber das Vergnügen war nicht auf meiner Seite. Mir klebte es bald das Mundwerk zusammen... VitaCola hieß das Zeug, das schmeckte wie ein ekelhafter Mix aus Farbstoffen, Zucker und Wasser. Verzweifelt suchte ich das ganze Wochenende nach einer Alternative. Die O- und die Z-Limo war auch nicht sehr viel besser. Da ich nun wirklich kaum Alkohol trinke, mochte ich mich auch nicht unbedingt an dem (auch nicht viel besseren) Bier festhalten. Die Tankstelle war die einzige Anlaufstelle, an der ich dann meinen Durstlöschen durfte. Umständlich aber machbar.
Ich denke dennoch, daß man auf einem INTERNATIONALEN Treffen auch internationale Getränke anbieten. CocaCola oder Pepsi hätte man wenigstens gekannt. Das es keinerlei Auswahl an Getränken gab, muss ich diesen Punkt doch extrem bemängeln. Nun gut liebe Veranstalter, nächstes Jahr vielleicht?

Was die Bands angeht, kann ich leider nicht all zu viel schreiben, da ich mich nur sehr selten zwischen die Menschen in der Halle traute. Dennoch habe ich mir FunkerVogt nicht nehmen lassen. Abgesehen von dem nicht ganz so prickelnden Sound in der Halle war ich sehr begeistert.

EMB soll tot sein? EMB lebt!

Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!

© 2004 by Elayne.