Festivalbericht vom "Woodstage Summer Open Air" 2004
im Gründelpark/Glauchau am 18. und 19.06.04

Es ist Samstag 19.30 Uhr und ich sitze mit übelsten Rückenschmerzen im Auto. Was die Rückenschmerzen mit dem Woodstage zu tun haben? Nun, auf den ersten Blick vielleicht nichts, aber wenn mal die kaum vorhandenen Sitzgelegenheiten und einen eh schon sehr anfälligen Rücken zusammenzählt, weiß man auch, was ich meine...
Es tut mir fast in der Seele weh Blutengel nur vom Weiten zu hören, aber was bleibt mir übrig? Da es für mich das erste Woodstage war, kann ich keinen Vergleich zu den letzen ziehen, aber ich bin – ja – ich bin enttäuscht. Diesen Bericht müsste ich eigentlich gar nicht schreiben, da ich eigentlich nur ein normaler Besucher bin. Dennoch tu ich es, weil in meinen Augen Nachberichte von Festivals sehr aufschlussreich sein können und ich auch einiges zu sagen habe.

Schon im Vorfeld hatten wir Ärger, da die Dame - nennen wir sie mal Frau F. -, die für die Akkreditierungen zuständig war scheinbar nicht ganz begriffen hat, um was es eigentlich geht. Gothics-Nature ist (für alle die es nicht wissen) ein sehr umfangreiches und großes deutsches OnlineGothic-Mag, das monatlich mehrere 10000 Besucher zählt. Frau F. war nun der Meinung, die Werbung, die wir im Vorfeld gemacht haben reicht nicht aus und auf Grund dessen haben wir nur einen Pressepass (inkl. Fotoerlaubnis) bekommen. Man möchte sich nicht beschweren, aber uns gibt es schon zu Denken, das wir – mit 6 Mitarbeitern - nur einen Pass bekommen haben und eine Fanpage – die von einer Person betrieben wird – einen Pressepass (ebenfalls inkl. Fotoerlaubnis) PLUS einen Eintrag auf der Gästeliste bekommen hat. Logik? Nein, keine. Nun gut, aber auch das wird sich klären.

Nachdem wir Freitagnachmittag bei leichtem Regen am Gelände des Festivals angekommen sind, suchten wir und einen Parkplatz (Beste Grüße an dieser Stelle an den netten Herrn von der Security!!) und stiefelten auf das Gelände. Keine langen Schlangen, kein Warten, was uns doch schon mal fröhlich stimmte.

Nach dem Einlass fiel uns allerdings gleich links das Seeufer auf, das nicht einmal eingezäunt war. Nicht auszudenken, was hätte passieren können, da zwischen Weg und Ufer vielleicht gerade mal 30cm Platz waren. Recht neben dem Einlass standen die Toilettenbüchsen – auch Dixi’s genannt – die schon nach wenigen Stunden bis an den Rand vollgeschi... na ja, sie waren voll und rochen auch dementsprechend. Nicht sehr appetitlich, vor Allem weil sie in der Nähe des Getränkewagens und der Nudelbude standen. Na Mahlzeit...

Einen extremen Minuspunkt bezieht des WS bei uns in Sachen Tagestickets. Besucher mit Tagestickets kamen zwar (völlig überteuert mit 40 Euro!) auf das Gelände, aber nicht wieder runter, weil die TT keine eigenen Bändchen bekamen. Liebstes In-Move-Team, SO teuer kann es doch nicht sein ein paar andersfarbige Bändchen für die TT zu drucken, oder? Vielleicht hätte man sich das Feuerwerk sparen können, dann wären die Tickets auch nicht so überteuer – zumindest für so ein kleines Festival. Wenn man die Preise mit dem WGT z.B. vergleicht, ist das der reinste Wucher. Aber die Leute zahlen ja... auch wenn sie nur eine Band sehen wollen...

Der Raum vor der Bühne war mit Kunststofffolien ausgelegt, damit es keine Schlammschlachten gibt. Auf dem restlichen Gelände allerdings stapfte man durch teilweise Zentimeter tiefen Matsch. Ok, das soll in bebäumten und durchnässten Gebieten schon mal passieren.

Ich war schon sehr gespannt auf Within Temptation, die ja um19.30 Uhr spielen sollten. Wir suchten uns ein relativ trockenes Plätzen, wo wir gute Sicht zur Bühne hatten. „Nun kann es mir keiner mehr nehmen“ schoss mir durch den Kopf und die Freunde wuchs. Während Carsten im Pressegraben war, stand ich etwa 8-10 Meter von der Bühne weg und amüsierte mich mit meiner Mutter, meiner Tante und noch einen ganzen Haufen anderer Bekannter. (Grüße an dieser Stelle *knuffel*) Auch nachdem Carsten wieder bei uns war, konnten wir noch einige gute Bilder machen, da wir einen schönen Blick zur Bühne hatten. Wir waren sehr begeistert; nicht nur von WT, sondern auch von dem verdammt guten Sound auf dem WS.

Nachdem wir noch In Extremo und Front 242 gesehen hatten, gingen wir - etwas langsamer als sonst, da ich mich kaum noch bewegen konnte, zum Auto zurück. Gegen 1.30Uhr waren wir dann wieder zu Hause und ich fiel sofort ins Bett. Carsten stellte noch die Bilder online und folgte mir etwa 3 Stunden später...
Nachdem wir heute Mittag mit leicht geschwollenen Augen, sehr leiser Aussprache und schmerzenden Füßen aus dem Bett gekrochen sind, fuhren wir nach einer ausgiebigen Dusche wieder los nach Glauchau. Der freundliche Mensch von der Security erkannte uns gleich wieder und es gab keinerlei Gelaber. Auto abgestellt, Mäntel angezogen und wieder ab in den Matsch. Eigentlich wollten wir um 14.00Uhr Unheilig sehen, doch leider kamen wir erst zu Corvus Corax auf dem Gelände an. Dumm gelaufen. Somit sind wir erst mal was Essen gegangen. Lobeshymnen werden wir über das Essen sicher nicht singen... Staubtrockener Gyros mit Nudeln, die ruhig noch 3 Minuten hätten baden können...
Sehr erfreut waren wir über den Getränkestand, der doch tatsächlich CocaCola hatte. Für und das reinste Freudenfest nach der VitaCola auf dem WGT.

19.00 Uhr – es war endlich soweit. Nach über einem Jahr sehe ich The 69 Eyes endlich wieder live auf der Bühne! Ich freute mich soweit ich neben den Rückenschmerzen vom Vortag noch konnte. Allerdings muss ich gestehen, dass ich nach der Tour 2001 das LineUp der Eyes nicht mehr wirklich hören kann. Schön war es dennoch. Sie rockten!

Ja – und nun sind Blutengel gerade fertig geworden. Gerne hätte ich sie gesehen, aber es ging nun mal leider nicht. Auch mein Bericht ist an dieser Stelle zu Ende...


Plus & Minus Woodstage:

Plus:
- CocaCola anstatt VitaCola
- Nette Security
- Lineup

Minus:
- dreckige und überfüllte Toiletten schon nach einigen Stunden
- mangelnde Sicherheit am Seeufer
- viel zu wenig, bis gar keine Sitzgelegenheiten
- Tagestickets bekamen kein Bändchen
- Tagestickets waren definitiv zu teuer